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Gewitter sind mehr als ein Sommerthema

  • michaelfloessel
  • 29. Apr.
  • 4 Min. Lesezeit
Eine Fangeinrichtung unter wechselhaftem Himmel, genau der richtige Moment, um an Blitzschutz zu denken.

Wenn der Sommer an Gewitter erinnert


Wann liegt es nahe, an Gewitter zu denken?


Richtig, wenn der Sommer kommt! 😉


Die Tage werden länger, die Luft wird wärmer, irgendwann wird es schwül und am Himmel bauen sich die ersten dunklen Wolken auf, spätestens dann ist das Thema (wieder) da.


Man hört das erste Grollen, sieht die ersten Blitze und erinnert sich daran, dass Gewitter nicht nur ein Wettereffekt für dramatische Filmabende sind. Ja, und man erinnert sich auch daran, dass durchaus auch die eine oder andere Gefahr mit dieser Wetterlage verbunden ist.


Der Sommer ist für Gewitter tatsächlich die naheliegende Jahreszeit. Laut Deutschem Wetterdienst startet die Hauptsaison im Mai und dauert bis August. In diesen Monaten kann je nach Region an drei bis sieben Tagen pro Monat mit Gewitter gerechnet werden.

In den gewitterstärksten Monaten Juni und Juli steigt die Zahl allgemein auf vier bis sieben Gewittertage pro Monat. Von Oktober bis März gibt es dagegen nur noch selten Blitz und Donner, mehr als ein Gewitter pro Monat ist dann statistisch die Ausnahme, so weit, so sommerlich.


Nur ist der Sommer eben kein exklusiver Vertragspartner des Gewitters. Auch wenn Juni, Juli und August klar vorne liegen, bedeutet das nicht, dass Blitz und Donner den Rest des Jahres artig verschwinden.


Selten heißt nicht ausgeschlossen


Die Anzahl der Wintergewitter ist geringer, aber sie sind durchaus möglich.

Der Deutsche Wetterdienst beschreibt sie meist begleitet von kräftigen Regen-, Graupel- oder Schneeschauern.

Dabei treten tatsächlich weniger Entladungen auf, aber wenige sind eben nicht gar keine.


Gerade das macht die Sache etwas tückisch.

Im Sommer rechnet man mit Gewitter, im Winter allerdings denkt man ja doch eher an Frost, Schnee, Wind oder glatte Straßen.

Blitz und Donner stehen dann nicht automatisch ganz oben auf der inneren Liste.

Der Blitz selbst ist da weniger jahreszeitlich sortiert.

Er kommt nicht mit Sonnenbrille, Strandhandtuch und Monatskarte für Juli.


Der Unterschied ist groß, aber nicht absolut


Wie groß der Unterschied zwischen Sommer und Winter ist, zeigt ein Blick in die GDV-Blitzbilanz 2024.

In Deutschland wurden knapp 210.000 Erdblitze gezählt. Die mit Abstand meisten Blitze gab es im Juni mit rund 62.000. Im Februar waren es dagegen nur 106. Der Juni hatte damit rund 585-mal so viele registrierte Blitze wie der Februar.

Das ist ein klarer Sommer-Winter-Vergleich.

Der Februar lag damit bei gerade einmal rund 0,17 Prozent des Juni-Wertes. Wer daraus ableitet, dass Gewitter vor allem ein Sommerthema sind, liegt also richtig.

Wer daraus ableitet, dass außerhalb des Sommers gar nichts passieren kann, macht es sich zu bequem.


Denn für ein Gebäude ist am Ende nicht entscheidend, wie wahrscheinlich ein Gewitter im Durchschnitt ist. Entscheidend ist, ob es das eigene Objekt trifft. Klar, die Statistik hilft bei der Einordnung der Wahrscheinlichkeit, aber den Einschlag selbst hält sie nicht auf.


Auch bei gutem Wetter bleibt Blitzschutz ein wichtiger Teil der Gebäudesicherheit.

Wenn etwas passiert, zählt nicht die Jahreszeit


Dass auch außerhalb des Sommers Schäden entstehen können, zeigen konkrete Fälle.

Im Februar 2023 kam es in Papenburg zu einem Dachstuhlbrand nach einem Blitzeinschlag.


Der Dachstuhl eines Einfamilienhauses brannte aus, das Haus war anschließend unbewohnbar. Die Feuerwehr war mit 53 Einsatzkräften vor Ort, die Polizei schätzte den Schaden auf etwa 300.000 Euro.

Das ist kein Beleg dafür, dass Wintergewitter genauso häufig wären wie Sommergewitter, das wäre fachlich Unsinn.

Es ist aber ein sehr reales Beispiel dafür, dass „selten“ nicht dasselbe bedeutet wie „ausgeschlossen“. Genau an dieser Stelle wird es für Gebäude, technische Anlagen und elektrische Infrastruktur interessant.


Blitzschäden sieht man nicht immer sofort von außen


Beim Thema Blitz denken viele zuerst an den direkten Einschlag.

Also an Feuer, Dachschäden, sichtbare Spuren am Gebäude.

Das gibt es, keine Frage, es entspricht eben dem klassischen Hollywood-Bild.


Blitz- und Überspannungsschäden können aber auch dort entstehen, wo es weniger spektakulär aussieht. Der GDV nennt als typische Blitzschäden zerstörte Dachflächen, verschmorte Steckdosen, defekte Computer, Telefonanlagen und Schäden an der Haustechnik, etwa an Heizungssteuerung oder Heizungsanlage. 2024 lag der durchschnittliche Blitzschaden laut GDV bei rund 1.600 Euro.

Gerade moderne Gebäude sind voller Technik. Steuerungen, Netzwerke, Kommunikationsanlagen, Maschinen, Sicherheitstechnik, PV-Anlagen und Gebäudetechnik hängen an elektrischen Systemen. Wenn Überspannungen ins Gebäude gelangen, kann es schnell teuer werden, auch wenn außen niemand vor einem brennenden Dach steht.


Im Sommer wird man eben an Gewitter erinnert


Der Sommer ist deshalb ein guter Anlass, wieder an Gewitter zu denken, er ist aber nicht die Grenze des Themas.

Blitzschutz und Überspannungsschutz sollten nicht erst dann auf den Tisch kommen, wenn draußen schwüle Luft steht und die Wetter-App bereits Warnungen ausspuckt. Sinnvoller ist es, vorher zu wissen, ob vorhandene Schutzmaßnahmen noch passen.


  • Ist eine Blitzschutzanlage vorhanden?

  • Wurde sie regelmäßig geprüft?

  • Gab es Veränderungen am Gebäude?

  • Sind neue technische Anlagen dazugekommen?

  • Wurde eine PV-Anlage installiert?

  • Passt der innere Blitzschutz noch zur heutigen Nutzung?


Das sind keine Fragen für den Moment, in dem es bereits donnert. Das sind Fragen für eine ruhige, fachliche Betrachtung, zum Beispiel durch uns, durch RESIS-TEC.


Gebäude verändern sich, der Schutz sollte mitdenken


Ein Gebäude bleibt selten über Jahre exakt so, wie es einmal geplant oder errichtet wurde.


Dächer werden verändert, Technik kommt dazu oder Leitungen werden ergänzt. Auch Nutzungen ändern sich, Anlagen werden erweitert und was früher übereingestimmt hat, muss deshalb nicht automatisch heute noch vollständig passen.

Genau deshalb ist Blitzschutz kein Thema, das man einmal abhakt und dann nie wieder ansieht, er muss zum Gebäude, zur Nutzung und zur vorhandenen Technik passen.


Für Blitzschutz und Überspannungsschutz sollte der Gedanke aber nicht mit dem letzten warmen Abend des Jahres verschwinden.

Die Hauptsaison liegt klar im Sommer, keine Frage. Nur hält sich ein Gewitter eben nicht zuverlässig an die Jahreszeiten.


Wer Gebäude, Technik und elektrische Anlagen schützen will, sollte deshalb nicht erst dann hinschauen, wenn draußen schon die Luft steht und der Himmel dunkel wird.


Der Sommer ist eben auch einfach ein bisschen näher dran am Gewitter 😁 ⚡



 
 
 

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